Chroniken der Azteken

Die Stadt Tenochtitlan und die Bedeutung der Landwirtschaft

Wie auch bei vielen anderen indianischen Kulturen ist die ältere Geschichte auch heute noch von vielen Mythen und Halbwahrheiten bedeckt, da die Azteken kein Schriftsystem besaßen, mit dem vollständige Texte wiedergegeben hätten werden können, zudem wurden fast alle bilderschriftlichen Manuskripte insbesondere durch die spanischen Eroberer zerstört.

Bekannt ist jedoch, dass die aztekische Kultur in einer sehr streng geregelten hierarchischen Ordnung lebte. Jeder Azteke hatte mit seiner festgelegten Funktion unter festgelegten Regeln auch bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Regelbrüche wurden sehr hart bestraft. Die Herrscher des Reiches, die die Oberhäupter der Azteken und Sprecher des Volkes waren, nahmen den wichtigsten Posten der damaligen Rangordnung ein. Unter ihnen bildeten die Adligen die höhere Schicht der Bevölkerung, denen mehrere Privilegien wie schöne Kleidung und Schulausbildung zustanden. Die Krieger besaßen in der aztekischen Kultur ein sehr hohes Ansehen und die Priester, die als religiöse und geistige Stütze des Landes galten, hatten einen großen Aufgabenbereich zu erfüllen. Die Händler bildeten die Verbindung zwischen arm und reich und kamen auch außerhalb des Reiches zum Einsatz. Die Bauern und Fischer spielten hinsichtlich der Nahrungsversorgung des Landes eine enorm wichtige Rolle und mussten daher einen Teil ihrer Ernte beziehungsweise ihres Fanges abgeben. Die Handwerker waren bei den Azteken beliebt und besaßen hohes Ansehen. Selbst die Sklaven hatten einen relativ hohen Status.

Das größte Zentrum der Azteken, die Stadt Tenochtitlan, wurde zwischen 1320 und 1350 auf der Stelle erbaut, auf der heute Mexiko-Stadt liegt. Es war der Endpunkt einer beschwerlichen Wanderung, die  im Norden Mexikos begann und mehrere Jahrzehnte andauerte. Jedoch war die kleine Insel im Texcoco See recht schnell zu klein, um der wachsenden Gebäudezahl ausreichend Platz zu bieten. Durch die Anhäufung von Erde rund um die Insel gewannen sie den benötigten Platz, waren der Stadt Tlatetelolco, die sich auf einer Nachbarinsel befand jedoch ein Dorn im Auge. Im darauffolgenden Krieg eroberten die Azteken die Nachbarstadt, schufen eine Landverbindung zwischen den beiden Inseln und vergrößerten damit ihr Territorium.

Die künstlichen Inseln rund um die Insel dienten nicht nur als Bauland, denn die Azteken bemerkten recht schnell, wie fruchtbar die “Schwimmenden Gärten” waren und nutzten sie daher für den Pflanzen-, Gewürz- und Getreideanbau. Die Landwirtschaft, deren Haupterzeugnis der Mais war, stellte den wichtigsten Wirtschaftszweig der aztekischen Kultur dar.  Aber auch Bohnen, Tomaten und Paprika wurden in großen Mengen angebaut. Der Kakao diente damals nicht nur als Genussmittel, sondern kam auch als Zahlungsmittel zum Einsatz. Neben zahlreichen Heilkräutern, wie beispielsweise Süßkraut, wurde auch Chia kultiviert. Die Chia Samen, die bei den Azteken als wichtige Nahrungspflanze galt, gerieten bei den Nachfahren fast in Vergessenheit, wurden aber von Kräuterheilkundigen und Ernährungswissenschaftlern als Heil- und Grundnahrungsmittel wiederentdeckt.

 

 

 

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