Das Rad

Mit dem Rad, Kamerad, geht’s hinaus! Ja das Fahrradfahren ist schon eine schöne Freizeitbeschäftigung, nicht wahr? Egal, ob Heinz Erhardt nun als Radfahrer für die Kamera posierte, oder ob es gar Jan Ullrich war, der mit seinem Sprintrad in hohem Tempo blitzschnell vorbeisauste, ohne das Rad an sich wäre das Fahrrad selber heute überhaupt nicht da! Woher kommt eigentlich das Rad?
Schon in so grauer Vorzeit, dass es damals noch keine Farben zum Malen gab, entdeckten die Menschen den Unterschied zwischen eckig und ‘rund‘! Sobald klar wurde, wie praktisch doch so ein Wagen auf etwas Rundem sich entlangrollen lässt, ward die Idee des ‘Rades‘ geboren. Zuerst mögen für große Lasten wohl noch Baumstämme hergehalten haben, doch je mehr die Zeiten vergingen, desto mehr konnte der Nutzen von runden Gegenständen auch für den Transport geringfügigerer Lasten erkannt werden!

Kleine Lasten erlaubten es schließlich, runde Holzräder zu bauen, um an einem Lastwagen, nach heutigen Maßstäben wohl eher ein Lastkarren, anmontiert zu werden, wodurch ein kontinuierlicher Rollmechanismus ermöglicht wurde! Gewiss, bei zu schweren Lasten neigte solch ein Rad noch schnell zum Bersten. Außerdem war die Abnutzung an den Kanten der Räder oft stark und ungleichmäßig, wodurch dann Unrundungen und Radbrüche nochmals wahrscheinlicher wurden, mit zunehmender Nutzungsdauer!

Schnell musste etwas Besseres und Stabileres her: Das Wagenrad wurde flugs mit Speichen versehen und um eine äußere Lauffläche aus Eisen ergänzt! Durch diese Weiterentwicklung verringerte sich die Abnutzung der Räder immens, jedoch reichte das auch auf Dauer tatsächlich aus? – Nein, alleine die gute Abriebfestigkeit reichte eben nicht aus! Was passierte beispielsweise, wenn die Wege von Holpersteinen übersäht waren?
Da die bloßen Festkörperräder früherer Zeiten doch bisweilen etwas holperig zu nutzen waren, kamen sowohl der Nutzungskomfort als auch die zu erwartende Lebensdauer der Räder bei unebenen Strecken noch zu kurz, um sich dauerhaft bis heute durchsetzen zu können! Die Erfindung von Gummireifen im 19. Jahrhundert brachte dann den entscheidenden Vorteil, sodass nun die Rollfläche flexibel war und somit auch kleinere Unebenheiten leicht aufgefangen, quasi gedämpft, werden konnten. Sowohl Vollgummireifen als auch Luftreifen (mit Luft gefüllte Gummireifen) kamen immer mehr auf und wurden nun vorzugsweise in Verbindung mit Metallspeichen genutzt!

Was die Luftreifen schon gut bei niedrigeren Rollgeschwindigkeiten abzufedern vermochten, half den schnellen Automobilen hingegen nicht genug aus der Patsche: Es hoppelte auf Schotterpisten immer noch gewaltig! Die Erfindung von Stoßdämpfern ermöglichte schließlich erst das komfortable Fahren mit den heute üblichen Straßengeschwindigkeiten. Fahrräder wiederum waren im Prinzip schon mit der Einführung des Luftreifens so komplett wie heutzutage!
Was nun insbesondere das Fahrrad anbelangt, so waren zwar die ersten Fahrräder im 19. Jahrhundert sehr einfach gehalten, wie zum Beispiel das Hochrad, dessen Fahrer eher Artisten sein mussten, aber schon im frühen 20. Jahrhundert konnte man von Fahrrädern im heutigen Sinne bereits sprechen! Immer wieder interessant sind auch Entwicklungen wie das Liegezweirad, das Liegedreirad und ebenso das vierrädrige Fahrrad, welches auch ganz gerne als ‘Tretauto’ bezeichnet wird.

Selbst heutzutage ist die Entwicklung des Fahrrads nicht abgeschlossen! Mutige Erfinder haben sogar schon ein Fahrrad mit Segel entwickelt … . Wohin wird diese Reise wohl noch gehen? Werden überdachte Fahrräder etwa in näherer Zukunft das altgediente Automobil ablösen? – Man darf gespannt sein!

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