Die Chronik der Fertighäuser

Die Chronik der Fertighäuser weist im globalen Maßstab unterschiedliche Längen auf. In Deutschland gab es Mitte des 20. Jahrhunderts den ersten Boom.

Das Fertighaus hat bereits eine lange Tradition. In Deutschland gab es einen ersten großen Boom nach dem II. Weltkrieg, als es darum ging, möglichst schnell und preiswert neuen Wohnraum schaffen zu können. Eine der bekanntesten historischen Varianten ist das Budde-Fertighaus, das serienmäßig mit einem kleinen Vorbau für den Eingang und einer riesigen Terrassentür ausgestattet war. Beim Standardmodell fanden sich im Obergeschoss zwei kleine Mansardenzimmer, von denen eines als Schlafzimmer und das andere als Kinderzimmer genutzt werden konnte. Die Aufstellung normal hoher Schränke war hier undenkbar, weil sie mit einem extrem niedrigen Kniestock gebaut wurden.

Die moderne Chronik der Fertighäuser zeigt dort ein anderes Bild. Sie sind inzwischen auch mit zwei Vollgeschossen und einem ausbaufähigen Dachgeschoss mit Teilschrägen möglich. Bei der Planung ist man heute nicht mehr an Standardmodelle gebunden. Das Fertighaus lässt sich als Architektenhaus völlig individuell planen. Dafür sorgen vor allem die Hersteller der Bauteile, die nicht nur Standardausführungen bieten, sondern auch Einzelteile nach Maß bauen und liefern können.

In anderen Regionen der Welt hat das Fertighaus schon eine wesentlich längere Tradition. Insbesondere trifft das auf die Häuser in Holrahmen-Ständer-Bauweise zu. Sie haben sich nämlich vor allem in Gebieten mit einem hohen Erdbebenrisiko als günstig erwiesen, weil sie bei kleineren Vibrationen des Bodens nicht so schnell Schäden bekommen wie ihre Artgenossen aus Ziegeln. Außerdem kommen sie in Ländern zum Einsatz, in denen die Menschen sehr mobil sind und gern einmal mitsamt ihrem Haus umziehen. Ein Fertigteilhaus aus Holz lässt sich nämlich auch demontieren und an anderer Stelle wieder aufbauen. Mehr als ein paar Leute, ein Kran und ein geeignetes Transportfahrzeug sind dafür nicht nötig. Allerdings wird dort natürlich auch beim Dach auf Leichtbauweise und bei der Beheizung auf mobile Klimageräte gesetzt, was man sich angesichts der klimatischen Bedingungen auch leisten kann, während in deutschen Landen das Ziegeldach mit guter Dämmung dringend anzuraten ist.

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